Frankfurter Ermittler decken illegales Glücksspiel in Milliardenhöhe auf

Gestapelte Goldmünzen, eine Lupe und ein steigendes Balkendiagramm.

Frankfurter Ermittler decken illegales Glücksspiel in Milliardenhöhe auf – Sportwettenverband zweifelt offizielle Schwarzmarkt-Zahlen an

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main verzeichnet fast sechs Milliarden Euro Spieleinsätze in einem illegalen Glücksspiel-Verfahren.
  • Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) stellt daraufhin die offiziellen Schätzungen zur Größe des Schwarzmarktes in Frage.
  • Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnt ausdrücklich vor illegalen Angeboten wie ‚Platincasino‘.
  • Für den ab 2027 startenden Lizenzierungszyklus plant die GGL eine bessere Messung des Marktes.

Ermittlungserfolg in Frankfurt offenbart riesiges Volumen im Schwarzmarkt

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main verzeichnete einen Ermittlungserfolg gegen illegale Glücksspielangebote. Die Behörden nahmen Personen fest und setzten Sicherungsmaßnahmen um. In diesem Fall wurden zwischen Juli 2021 und Ende 2023 Spieleinsätze in Höhe von rund 5,86 Milliarden Euro festgestellt.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) teilt für solche Maßnahmen Erkenntnisse zu Netz- und Zahlungssperren, Werbung sowie Betreiberstrukturen mit den Ermittlungsbehörden. Am 17. September 2026 veröffentlichte die GGL eine Stellungnahme zu den Ermittlungen und begrüßte den Schlag gegen das illegale Glücksspiel. In diesem Zusammenhang spricht die GGL explizit eine Warnung vor der Nutzung des illegalen Angebots ‚Platincasino‘ aus.

Einige Aspekte des Falls bleiben derzeit noch offen, darunter die exakte Anzahl der Festnahmen, die Art der beschlagnahmten Werte sowie die Frage, ob ‚Platincasino‘ das alleinige Ziel der Ermittlungen war. Ebenso steht eine eigene alternative Schwarzmarkt-Schätzung des DSWV bislang aus.

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Sportwettenverband hinterfragt offizielle Quoten zur Kanalisierung

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) zweifelt aufgrund des Ausmaßes dieses Einzelfalls am 15. September 2026 die bisherigen offiziellen Angaben zur Größe des illegalen Marktes an. Eine von der GGL genutzte Studie des Blockchain Research Labs aus dem Jahr 2024 schätzt den Anteil des illegalen Online-Glücksspiels in Deutschland auf knapp 23 Prozent, was einer legalen Kanalisierungsquote von rund 77 Prozent entspricht. Der Verband stellt diesen Wert nun in Frage, liefert bisher aber keine eigene konkrete Zahl.

Mathias Dahms, der Präsident des DSWV, fordert eine kritische Überprüfung. „Fast sechs Milliarden Euro an Einsätzen über zweieinhalb Jahre in einem einzigen Ermittlungsverfahren müssen zu einer kritischen Überprüfung bisheriger Annahmen über die Größe des Schwarzmarktes führen“, erklärt Dahms. Wenn schon ein einziger Fall solche Ausmaße offenbare, stelle sich unweigerlich die Frage, ob die bisherigen Schwarzmarktschätzungen den tatsächlichen Umfang des illegalen Marktes realistisch widerspiegeln. Zum Vergleich: Die regulierten Sportwettenanbieter in Deutschland verzeichneten für das gesamte Jahr 2025 ein Einsatzvolumen von 8,3 Milliarden Euro.

Schutzmaßnahmen fehlen bei unregulierten Angeboten

Nach Angaben von Experten fehlen bei unregulierten Anbietern gesetzliche Schutzmaßnahmen wie Einzahlungslimits, Identitätsprüfungen und Spielersperrsysteme völlig. Mathias Dahms betont in diesem Zusammenhang: „Spielerschutz funktioniert nur dort, wo die Regeln gelten und durchgesetzt werden.“

Deutschland führt derzeit eine planmäßige Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags durch, der im Jahr 2021 in Kraft trat. Diese Überprüfung soll Erkenntnisse über die Wirksamkeit der bisherigen Regulierungen liefern. Die GGL setzt parallel bereits Anpassungen um und erteilte so beispielsweise Sondergenehmigungen für höhere Einsatzlimits bei Online-Slots, um legale Angebote wettbewerbsfähig zu halten. Nach Angaben der Behörde ist für den im Jahr 2027 beginnenden nächsten Lizenzierungszyklus eine verbesserte Messung des Marktes und eine höhere Datenqualität geplant.

Unsere Einschätzung

Die Ermittlungen in Frankfurt verdeutlichen die finanziellen Dimensionen des illegalen Online-Glücksspiels in Deutschland. Ein einzelner Fall mit einem Einsatzvolumen von 5,86 Milliarden Euro zeigt auf, dass der unregulierte Markt erhebliche Kapitalmengen bindet. Die Forderung des DSWV nach einer Überprüfung der bisherigen Schwarzmarktschätzungen basiert auf der direkten Gegenüberstellung von diesem Einzelfall und den aktuellen Studien der Behörden. Die anstehende Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags und die angekündigten Maßnahmen der GGL für den nächsten Lizenzierungszyklus werden zeigen, wie die Aufsichtsbehörden die Datengrundlage und den Spielerschutz in Zukunft weiterentwickeln.

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Über den Autor

Janina Frei

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.
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