261.024 ETH zu Binance transferiert – Derivatemarkt reagiert defensiv
Garrett Jin transferiert 261.024 ETH im Wert von 543 Millionen US-Dollar zu Binance – Derivate-Daten und sinkende Reserven prägen die Marktstruktur
Das Wichtigste in Kürze
- Am 15. Februar 2026 überwies Garrett Jin 261.024 ETH im Wert von rund 543 Millionen US-Dollar in mehreren Tranchen an Binance.
- Zuvor hatte er 5.000 BTC für etwa 349 Millionen US-Dollar verkauft und damit seine Risikoexponierung reduziert.
- Der 30-Tage-Durchschnitt des Taker Buy-Sell-Ratios fiel auf 0,97 und erreichte den niedrigsten Stand seit November 2025.
- Die Ethereum-Reserven auf Börsen sanken auf rund 16,2 Millionen ETH und damit auf ein Niveau wie zuletzt 2016.
- Anfang Februar wurden Nettoabflüsse von mehr als 214.600 ETH von Handelsplattformen verzeichnet.
Großüberweisung an Binance signalisiert gezielte Positionsanpassung
Am 15. Februar 2026 zahlte der Marktteilnehmer Garrett Jin insgesamt 261.024 ETH bei der Kryptobörse Binance ein. Der Gegenwert lag laut den vorliegenden Daten bei rund 543 Millionen US-Dollar. Die Transfers erfolgten in mehreren kleineren Tranchen. Diese Struktur reduzierte die potenzielle Kursbeeinflussung durch große Einzelorders und deutet auf eine gezielte Vorbereitung von Verkaufsaktivitäten hin.
Bereits im gleichen Zeitraum hatte Jin 5.000 Bitcoin im Wert von etwa 349 Millionen US-Dollar veräußert. Beide Transaktionen stehen im Zusammenhang mit einer breiteren Reduzierung seines Marktrisikos. Hintergrund ist eine Liquidation in Höhe von 250 Millionen US-Dollar im Januar, als gehebelte Ethereum-Long-Positionen aufgelöst wurden. Die nun erfolgte Positionsanpassung wird als Maßnahme zur Kapitalerhaltung eingeordnet.
Der Zeitpunkt am Wochenende gilt als relevant, da die Liquidität in dieser Phase typischerweise geringer ist. Größere Orders können dadurch stärkere Marktbewegungen auslösen.
Ethereum-Kurs unter Druck – Derivatemarkt zeigt defensive Haltung
Zum Zeitpunkt der Einzahlungen bewegte sich der Ethereum-Kurs im Bereich zwischen 2.080 und 2.100 US-Dollar. Marktteilnehmer bewerteten die zusätzlichen Zuflüsse auf Binance als potenziellen Angebotsdruck. In der Folge richtete sich der Fokus auf Unterstützungszonen zwischen 1.800 und 2.000 US-Dollar.
Parallel dazu verschlechterte sich die Stimmung am Derivatemarkt. Der 30-Tage-Durchschnitt des sogenannten Taker Buy-Sell-Ratios sank auf 0,97. Dieser Wert markiert den niedrigsten Stand seit November 2025. Ein Wert unter 1 zeigt, dass Verkaufsorders aggressiver ausgeführt werden als Kauforders.
Die Entwicklung setzte bereits ein, bevor die ETH-Überweisung öffentlich bekannt wurde. Der Kurs war zuvor von etwa 3.200 US-Dollar in Richtung 2.000 US-Dollar gefallen. Die Daten deuten darauf hin, dass sich Verkaufsdruck und schwächere Nachfrage im Terminmarkt bereits aufgebaut hatten. Die Transaktion verstärkte damit eine bestehende Marktstruktur, statt sie allein auszulösen.
Mit zunehmender Beobachtung der Whale-Transfers nahm die Absicherungsaktivität zu. Händler positionierten sich defensiver, was die Dominanz von Verkaufsorders im kurzfristigen Handel weiter verstärkte.
Börsenreserven sinken auf Mehrjahrestief
Trotz kurzfristig erhöhter Zuflüsse zeigt sich auf struktureller Ebene ein anderes Bild. Die Ethereum-Reserven auf zentralen Börsen fielen auf rund 16,2 Millionen ETH. Ein vergleichbar niedriger Stand wurde zuletzt um das Jahr 2016 verzeichnet. 2021 lagen die Reserven noch bei nahezu 35 Millionen ETH.
Der anhaltende Rückgang weist auf eine langfristige Angebotsverknappung auf Handelsplattformen hin. Wenn weniger ETH unmittelbar zum Verkauf verfügbar sind, sinkt die liquide Angebotsmenge im Markt.
Zusätzlich verzeichneten die Exchange Netflows Anfang Februar 2026 deutliche negative Ausschläge. In einer Phase wurden mehr als 214.600 ETH netto von Börsen abgezogen. Solche Abflüsse gelten als Hinweis darauf, dass größere Marktteilnehmer ihre Bestände in eigene Verwahrung, Staking-Strukturen oder längerfristige Positionierungen überführen.
Whale-Aktivität zwischen Abverkauf und Akkumulation
Die Daten zeigen eine zweigeteilte Entwicklung. Einerseits stehen große Einzahlungen wie jene von Garrett Jin, die potenziellen Verkaufsdruck signalisieren. Andererseits sinken die Gesamtreserven auf Börsen kontinuierlich, während erhebliche Nettoabflüsse registriert werden.
In Phasen, in denen sich der Kurs nahe der Marke von 2.000 US-Dollar bewegt, scheinen größere Marktteilnehmer Angebot aus kapitulationsgetriebenen Verkäufen aufzunehmen. Diese Repositionierung reduziert die unmittelbar verfügbare Verkaufsliquidität. Gleichzeitig stabilisiert sich die Volatilität, da weniger ETH auf Handelsplätzen verfügbar sind.
Sollten sich die Abflüsse fortsetzen und die Reserven weiter sinken, würde sich die Angebotsstruktur weiter verengen. In einem solchen Szenario könnte eine Angebotsverknappung entstehen, sofern die Nachfrage stabil bleibt oder zunimmt. Die vorliegenden Daten beschreiben jedoch ausschließlich die aktuelle Struktur, ohne Aussagen über zukünftige Preisentwicklungen zu treffen.
Unsere Einschätzung
Die Überweisung von 261.024 ETH an Binance erfolgte im Kontext einer umfassenden Risikoreduzierung nach erheblichen Liquidationen im Januar. Gleichzeitig zeigen Derivatedaten eine seit Längerem schwächere Marktstimmung mit erhöhter Verkaufsdominanz. Dem gegenüber stehen sinkende Ethereum-Reserven auf Börsen sowie deutliche Nettoabflüsse, die auf strukturelle Angebotsverknappung hindeuten. Zusammengenommen beschreiben die Daten eine Marktphase, in der kurzfristiger Verkaufsdruck und langfristige Reduzierung der Handelsbestände parallel auftreten.
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