Binance weist Vorwürfe zu Iran-Transaktionen zurück

Binance-Logo vor digitalem Hintergrund mit Weltkarte und stilisierten Datenströmen in Blau und Schwarz.

Binance weist Vorwürfe zu Iran-Transaktionen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar zurück – Debatte über Sanktions-Compliance rückt erneut in den Fokus

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bericht wirft Binance vor, 2025 Transaktionen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar mit sanktionierten iranischen Akteuren ermöglicht zu haben.
  • Changpeng Zhao bezeichnet die Vorwürfe als „paid FUD“ und verweist auf eingesetzte AML-Tools.
  • Binance steht seit einem Vergleich aus dem Jahr 2023 unter unabhängiger Compliance-Überwachung durch das US-Justizministerium.
  • Die Bitcoin-Reserven der Börse stiegen zuletzt von 651.000 auf 666.000 BTC.
  • BNB blieb stabil, hatte jedoch Schwierigkeiten, sich über 600 US-Dollar zu halten.

Vorwurf zu Iran-Transaktionen sorgt für neue Compliance-Debatte

Binance sieht sich erneut mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Laut einem Bericht sollen 2025 Transaktionen im Umfang von rund 1 Milliarde US-Dollar über die Plattform abgewickelt worden sein, die mit sanktionierten iranischen Akteuren in Verbindung stehen. Demnach sollen interne Ermittler entsprechende Hinweise gefunden haben. Berichtet wurde zudem, dass diese Mitarbeiter entlassen worden seien.

Die Vorwürfe betreffen damit einen sensiblen Bereich der internationalen Finanzaufsicht: die Einhaltung von Sanktionen und Geldwäschevorschriften. Für global agierende Kryptobörsen ist dieser Bereich von zentraler Bedeutung, da sie mit Nutzern aus zahlreichen Jurisdiktionen arbeiten und unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen unterliegen.

CZ spricht von „paid FUD“, CEO Teng nennt Bericht „unverantwortlich“

Changpeng Zhao, Gründer von Binance, wies die Anschuldigungen öffentlich zurück. Er bezeichnete die Darstellung als „paid FUD“ und führte sie auf die Aussagen eines „unzufriedenen“ ehemaligen Mitarbeiters zurück. Mit dem Begriff FUD wird im Kryptobereich üblicherweise „Fear, Uncertainty and Doubt“ beschrieben, also gezielt gestreute Unsicherheit.

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Auch der aktuelle CEO Richard Teng distanzierte sich klar von den Vorwürfen. Er nannte den Bericht „unverantwortlich“. Zugleich betonte er, dass Compliance ein fortlaufender Prozess sei. Mit Blick auf zunehmend ausgefeilte Methoden krimineller Akteure erklärte er, Binance setze seine Bemühungen zur Bekämpfung illegaler Aktivitäten kontinuierlich fort und arbeite mit mehreren Drittanbietern im Bereich Anti-Geldwäsche zusammen.

Hintergrund: Vergleich mit dem US-Justizministerium und externe Überwachung

Die aktuellen Anschuldigungen treffen Binance in einer Phase erhöhter regulatorischer Aufmerksamkeit. Im Jahr 2023 hatte das Unternehmen einen Vergleich mit dem US-Justizministerium geschlossen. Dieser sieht unter anderem eine unabhängige Compliance-Überwachung der Plattform für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren vor. Diese Überwachung soll planmäßig 2027 enden.

Bereits zuvor hatte Binance wegen Compliance-Verstößen eine Strafe in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar akzeptiert. Zudem wurde Gründer Changpeng Zhao im Jahr 2024 inhaftiert. Vor diesem Hintergrund erhalten neue Vorwürfe zu möglichen Sanktionsverstößen besonderes Gewicht, da sie die Wirksamkeit der laufenden Kontrollmechanismen betreffen.

Ob das US-Finanzministerium oder das Justizministerium die aktuellen Berichte zum Anlass für weitere Schritte nehmen werden, ist derzeit unklar.

Iranische Krypto-Aktivitäten unter Beobachtung der USA

Parallel dazu verweisen aktuelle Daten auf ein deutlich gestiegenes Kryptovolumen mit Bezug zum Iran. Das Blockchain-Sicherheitsunternehmen TRM Labs bezifferte die im Jahr 2025 in den Iran geflossenen Kryptowerte auf über 10 Milliarden US-Dollar. Etwa die Hälfte dieser Transfers soll mit den Islamischen Revolutionsgarden in Verbindung stehen, dem militärischen Arm des iranischen Regimes.

Geopolitische Spannungen sowie innenpolitische Unruhen hätten laut TRM Labs sowohl Bürger als auch staatliche Stellen dazu veranlasst, verstärkt auf Kryptowährungen zurückzugreifen. Nach Angaben von Ari Redbord von TRM Labs zeigte sich das US-Finanzministerium besorgt über die Zunahme iranischer Krypto-Aktivitäten und mögliche Umgehungen bestehender Sanktionen.

Für internationale Handelsplattformen bedeutet diese Entwicklung erhöhte Anforderungen an Transaktionsüberwachung, Identitätsprüfung und Sanktionsscreening.

Marktreaktion: Keine signifikanten Abflüsse bei Binance

Trotz der Berichte blieb eine unmittelbare Marktpanik aus. Nach Angaben von CryptoQuant stiegen die Bitcoin-Reserven von Binance in den vergangenen Tagen von 651.000 auf 666.000 BTC. Das deutet darauf hin, dass es keine massiven Abhebungen durch Nutzer gab.

In einem insgesamt volatilen Marktumfeld wurden zwar Abflüsse verzeichnet, diese blieben jedoch begrenzt. Auch der hauseigene Token BNB zeigte sich vergleichsweise stabil, hatte jedoch Schwierigkeiten, sich dauerhaft über der Marke von 600 US-Dollar zu behaupten.

Für Nutzer und institutionelle Marktteilnehmer ist die Entwicklung der Reserven ein zentraler Indikator für Vertrauen und Liquidität einer Handelsplattform. Kurzfristig zeigen die Daten keine außergewöhnlichen Bewegungen.

Unsere Einschätzung

Die Vorwürfe zu angeblichen Iran-Transaktionen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar treffen Binance in einer Phase laufender externer Compliance-Überwachung. Das Unternehmen weist die Anschuldigungen zurück und verweist auf bestehende Kontrollmechanismen. Gleichzeitig zeigen Daten von TRM Labs eine deutliche Zunahme iranischer Krypto-Aktivitäten im Jahr 2025, die bereits US-Behörden auf den Plan gerufen hat. An den Märkten blieb eine unmittelbare Vertrauenskrise bislang aus, wie stabile Bitcoin-Reserven und ein weitgehend unveränderter BNB-Kurs nahelegen.

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Erstellt von

Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.

Letztes Update: 14. Februar 2026

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