ESMA verbietet EU-Krypto-Anbietern den Handel mit inkonformen Stablecoins

Ein silberner Schild, eine generische goldene Münze und eine Sanduhr.

ESMA stoppt EU-Dienstleistungen für inkonforme Stablecoins – Anbieter müssen Altbestände innerhalb von drei Monaten abwickeln

Das Wichtigste in Kürze

  • Krypto-Dienstleister in der EU dürfen keine Services mehr für Stablecoins ohne MiCA-Konformität anbieten.
  • Nationale Aufsichtsbehörden überwachen die Blockierung der Token durch technische und vertragliche Maßnahmen.
  • Kundenbestände in inkonformen Asset-Referenced Tokens und E-Money Tokens müssen aufgelöst werden.
  • Für den Abbau der Altbestände gilt eine Frist von maximal drei Monaten.

ESMA setzt de facto Verbot für nicht-konforme Token durch

Am 8. Oktober 2026 hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht. Diese untersagt Krypto-Dienstleistern (CASPs) faktisch das Anbieten von Services rund um MiCA-inkonforme Stablecoins. Das Verbot betrifft alle Asset-Referenced Tokens und E-Money Tokens, die nicht den Standards der europäischen Krypto-Verordnung entsprechen. Zuvor hatte die Behörde bereits am 30. September 2026 der EU-Kommission im Rahmen einer Konsultation zur Überarbeitung der MiCA-Verordnung explizite Regeln empfohlen, um regulierte Krypto-Firmen an solchen Angeboten zu hindern.

Striktes Service-Verbot erstreckt sich über alle MiCA-Dienstleistungen

Der Stopp greift für das gesamte Spektrum der von der MiCA-Regulierung abgedeckten Dienstleistungen. Anbieter müssen den Betrieb von Handelsplattformen, Umtauschservices und die Auftragsausführung für diese Token einstellen. Auch die Anlageberatung, die Verwahrung und die Portfolioverwaltung fallen unter diese Restriktionen.

Die nationalen Aufsichtsbehörden (NCAs) haben den Auftrag erhalten, die Einhaltung dieser Vorgaben zu kontrollieren. Anbieter stehen in der Pflicht, den Zugang zu inkonformen Stablecoins durch technische, vertragliche und organisatorische Maßnahmen zu blockieren. Eine solche restriktive Marktüberwachung zeigt sich auch in anderen Bereichen, wie ein aktueller ESMA-Risikobericht thematisiert.

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Drei Monate Zeit für die Liquidation von Altbeständen

Bestehende Kundenpositionen in inkonformen Stablecoins erfordern schnelles Handeln der Krypto-Dienstleister. Die Unternehmen müssen diese Positionen so rasch wie möglich auflösen. Spätestens drei Monate nach Veröffentlichung der Stellungnahme (Stand: 8. Oktober 2026) ist die Frist zur Bereinigung der Altbestände abgelaufen. Während dieser Abwicklungsphase unterliegen die Plattformen strengen Beschränkungen. Dienstleistungen für betroffene Token sind strikt auf Zwecke der Liquidation, des Umtauschs, der Auszahlung, des Transfers oder der sicheren Verwahrung begrenzt.

Offene Punkte zur Umsetzung und zu betroffenen Assets

Trotz der klaren Anweisungen der ESMA bleiben einige Aspekte vorerst ungeklärt. Es ist derzeit nicht abschließend definiert, welche bekannten Stablecoins wie beispielsweise Tether (USDT) von den europäischen Behörden nun konkret als MiCA-inkonform eingestuft werden. Unbekannt ist auch, wie hoch das exakte Volumen der Altbestände an inkonformen Stablecoins ausfällt, das nun innerhalb von drei Monaten in der EU liquidiert oder transferiert werden muss. Es gibt bislang keine Angaben zu Sanktionen, mit denen Krypto-Dienstleister rechnen müssen, falls sie die verlangten technischen und vertraglichen Sperren nicht fristgerecht umsetzen.

Unsere Einschätzung

Die ESMA-Stellungnahme zwingt den europäischen Krypto-Sektor zu einer schnellen Anpassung der eigenen Angebote. Krypto-Dienstleister müssen ihre Infrastruktur technisch und vertraglich umrüsten, um den Handel mit inkonformen Asset-Referenced Tokens und E-Money Tokens vollständig zu unterbinden. Die dreimonatige Frist für den Abbau von Altbeständen erfordert von Anbietern und Nutzern zügige Umschichtungen in regulierte Werte. Die strikte Überwachung durch die nationalen Aufsichtsbehörden sichert die flächendeckende Durchsetzung der neuen Vorgaben im EU-Raum.

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Über den Autor

Paula Winkler

Paula Winkler ist bei Kryptocasinos.com die Expertin für Spielersicherheit. Ihre Laufbahn begann im Print-Journalismus - ausgebildet an der Henri-Nannen-Schule, mit einem Bachelor in Politikwissenschaft und Soziologie (Uni Hamburg) und Redaktionsstationen beim Hamburger Abendblatt und der Funke Mediengruppe. 2017 wechselte sie in die iGaming-Branche und verantwortete bei der Tipico Group über mehrere Jahre den Bereich Responsible Gaming & Regulatory Affairs, bevor sie 2023 in das Team hinter KryptoCasinos.com kam. Ihr Hauptthema ist die Transparenz und Sicherheit hinter jedem getesteten Anbieter. Sie schreibt auf Deutsch, Englisch und Schweizerdeutsch.
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