Ethereum-Entwickler beheben Schwachstelle bei Staking-Einlagen
Ethereum-Entwickler beheben Schwachstelle bei Staking-Einlagen – Geplantes Glamsterdam-Update erfordert weitere Anpassungen
Das Wichtigste in Kürze
- Ein technischer Fehler im geplanten Glamsterdam-Update hätte Staking-Einlagen an falsche Konten weiterleiten können.
- Die Kernentwickler haben am 26. Oktober eine Korrektur in die Spezifikationen des Netzwerks übernommen.
- Die Ethereum Foundation verschiebt den geplanten Testlauf im Hoodi-Netzwerk wegen eines anderen ungelösten Problems.
- Derzeit befinden sich rund 17,13 Millionen ETH im Wert von fast 40 Milliarden US-Dollar im Staking.
Neue Rollenverteilung im Netzwerk barg Risiken für Einlagen
Das Ethereum-Netzwerk stützt sich auf sogenannte Validatoren, um die Sicherheit der Blockchain zu gewährleisten. Betreiber müssen ETH hinterlegen, um diese Rolle übernehmen zu können. Dieser Vorgang erfolgt in der Regel mit der Unterstützung eines Staking-Dienstes. Das anstehende Glamsterdam-Update führt nun eine eigenständige Rolle für sogenannte Block-Builder ein.
Diese Builder sind künftig für das Zusammenstellen von Transaktionen zuständig. Sie können ebenfalls eigene Einlagen tätigen, welche laut den Vorgaben strikt getrennt von den Mitteln der Validatoren erfasst werden sollen. Der Forscher George Avsetsin entdeckte während der Vorbereitungen auf das Update ein erhebliches Risiko. Er stellte fest, dass die vorgeschlagenen Regeln zu einer gefährlichen Verwechslung zwischen diesen beiden Gruppen führen könnten.
Eine fehlerhafte Zuweisung drohte genau dann, wenn ein Builder und ein neuer Validator denselben öffentlichen Schlüssel verwenden. Die noch nicht verarbeitete Einlage des Validators könnte in diesem spezifischen Szenario fälschlicherweise dem Konto des Builders gutgeschrieben werden. Ein Betreiber, der dieses Builder-Konto kontrolliert, hätte die für das Staking vorgesehenen Mittel anschließend abheben können. Bei diesem Vorfall handelte es sich laut dem Forscher um ein potenzielles Risiko und ausdrücklich nicht um einen bestätigten Diebstahl.
Entwickler benötigen mehrere Anläufe für die Implementierung der Lösung
Die vorgeschlagene Korrektur für diese Schwachstelle wurde nicht im ersten Versuch in den Code übernommen. Entwickler schlossen den entsprechenden Vorschlag zunächst am 19. Oktober. Es fehlte zu diesem Zeitpunkt an ausreichender Unterstützung durch die verschiedenen Teams, die für die Ethereum-Software verantwortlich sind.
Vier Tage später öffneten die Beteiligten den Vorschlag am 23. Oktober erneut für ausführliche Diskussionen. Nach weiteren Überprüfungen und zusätzlichen technischen Tests wurde die Änderung drei Tage später endgültig in die Spezifikationen integriert. Diese Anpassung soll ab sofort sicherstellen, dass die Einlagen der Validatoren zuverlässig in der richtigen Warteschlange verbleiben. Das System erkennt die Gelder nun korrekt, selbst wenn ein Block-Builder den identischen öffentlichen Schlüssel verwendet.
Das Glamsterdam-Update ist bisher nicht im Hauptnetzwerk gestartet. Die Teams, welche die Kern-Software für Ethereum entwickeln, müssen die überarbeiteten Regeln nun in ihre Systeme einbauen.
Probleme mit bestehenden Anwendungen verzögern den Testbetrieb
Die endgültige Entscheidung für die Korrektur der Einlagen fiel in eine Phase, in der der Zeitplan für die Tests von Glamsterdam bereits überarbeitet wurde. Die Ethereum Foundation verschob eine für den 26. Oktober geplante Aktivierung im Hoodi-Testnetzwerk. Die Organisation untersucht ein separates Problem, bei dem eine andere geplante Änderung bestehende Anwendungen im Netzwerk negativ beeinträchtigen könnte.
Ein neues Datum für den Start im Hoodi-Testnetzwerk hat die Foundation bisher nicht festgelegt. Auch für die Veröffentlichung des Updates im Hauptnetzwerk gibt es noch keinen konkreten Zeitplan. Die Korrektur für die Staking-Einlagen ist vorerst ein fester Bestandteil der geplanten Update-Regeln.
Im nächsten Schritt müssen die Software-Teams diese Regeln programmieren und testen. Glamsterdam wird sich im Anschluss auf einen weiteren öffentlichen Testbetrieb vorbereiten. Die finanzielle Relevanz dieser technischen Anpassungen zeigt sich am aktuellen Volumen der hinterlegten Mittel. Aktuelle Daten belegen, dass die 17,13 Millionen gestakten ETH einen Gegenwert von annähernd 40 Milliarden US-Dollar abbilden.
Unsere Einschätzung
Die Identifizierung und Behebung der Schwachstelle durch die Ethereum-Entwickler und den Forscher verdeutlicht die Notwendigkeit von intensiven Prüfungen vor großen Netzwerk-Updates. Der beschriebene Fehler hätte die korrekte Zuordnung von erheblichen Kapitalmengen gefährdet, wenn er unentdeckt geblieben wäre. Die aktuelle Verschiebung des Hoodi-Testlaufs zeigt auf, dass die Integration neuer Rollen wie der Block-Builder komplexe technische Herausforderungen mit sich bringt. Die verantwortlichen Teams müssen nun die Funktionalität für bestehende Anwendungen sicherstellen, bevor Glamsterdam in die nächste Testphase übergehen kann.
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