KSA verschärft Regeln zur Kontoschließung bei Glücksspielanbietern
KSA verschärft Regeln für Kontoschließungen – Niederländische Behörde fordert bedingungslose Auszahlungen
Das Wichtigste in Kürze
- Die Glücksspielbehörde KSA erzwingt mit neuen Richtlinien die barrierefreie Schließung von Nutzerkonten.
- Lizenzierte Anbieter dürfen Spielern keine Kündigungshürden wie einen Pflichtkontakt zum Support in den Weg legen.
- Restguthaben muss nach einer Kontoschließung ohne Verzögerung und ohne Zusatzbedingungen ausgezahlt werden.
- Der Kundenservice darf einen Kündigungswunsch nicht für Rückgewinnungsversuche nutzen.
Behörde reagiert auf unzureichende Umsetzung der Kündigungsregeln
Die niederländische Glücksspielbehörde KSA veröffentlichte am 23. September 2026 Vorgaben zur Beendigung von Glücksspiel-Accounts. Vorangegangen war die Feststellung der Aufsicht, dass nicht alle lizenzierten Glücksspielanbieter die Vorgaben zur Schließung von Nutzerkonten in der Praxis ordnungsgemäß umsetzen. Um bestehende Unklarheiten auszuräumen, hat die KSA eine neue Richtlinie (Guidance) herausgegeben.
Diese Anpassung reiht sich in eine breitere Offensive beim Spielerschutz ein. Wie wir berichteten, verschärfte die Aufsicht zuletzt auch die Vorgaben zu Einzahlungslimits für den niederländischen Markt. Mit dem aktuellen Schritt rückt nun der reibungslose Ausstieg aus dem Spielbetrieb in den Fokus der Regulierer.
Keine Hürden und Rückgewinnungsversuche bei der Abmeldung
Anbieter dürfen ab sofort keine Hürden für die Kontoschließung errichten. Spieler müssen ihr Konto beenden können, ohne dafür zwingend den Kundenservice kontaktieren zu müssen. Nimmt ein Nutzer von sich aus Kontakt mit dem Support auf, um seinen Account zu schließen, greift eine weitere Vorgabe. Der Anbieter darf dieses Gespräch nicht für Rückgewinnungsversuche nutzen.
Finanzielle Aspekte der Kündigung regelt die Guidance ebenfalls unmissverständlich. Auf geschlossenen Konten verbleibendes Guthaben muss von den Plattformen ohne unnötige Verzögerung an den Spieler fließen. Die KSA verbietet es den Betreibern explizit, diese Auszahlungen an weitere Bedingungen zu knüpfen.
Details zu Verstößen und möglichen Sanktionen bleiben offen
Die veröffentlichten Informationen lassen einige Aspekte der behördlichen Untersuchung unbeantwortet. Offen ist derzeit, gegen welche konkreten Anbieter sich die Kritik der KSA bezüglich der Fehltritte in der Vergangenheit richtet und wie viele Beschwerden von Spielern wegen erschwerter Account-Schließungen überhaupt eingegangen sind. Die Behörde nennt aktuell keine spezifischen Sanktionen, die bei einem Verstoß gegen die neue Guidance drohen.
Unsere Einschätzung
Die KSA schließt mit der neuen Guidance gezielt Schlupflöcher, die Betreiber zur Verzögerung von Kontoschließungen genutzt haben. Der Fokus auf barrierefreie Abmeldungen und bedingungslose Auszahlungen stärkt die Position der Verbraucher im lizenzierten Markt. Betreiber müssen ihre internen Prozesse für Kündigungen und den Kundensupport nun umgehend anpassen, um Konflikte mit der Aufsicht zu vermeiden.
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