Brasiliens Präsident kündigt hartes Vorgehen gegen Online-Glücksspiel an – Fokus auf Jugendschutz
Das Wichtigste in Kürze
- Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kündigt ein hartes Vorgehen gegen Online-Glücksspielplattformen an.
- Die Aussagen erfolgten am 9. Februar 2026 bei einer Regierungsveranstaltung im Großraum Sao Paulo.
- Die Ankündigung steht im Zusammenhang mit geplanten Regeln zum Schutz von Minderjährigen im Internet.
- Ein Entwurf sieht Altersverifikationssysteme für App-Stores und digitale Plattformen vor.
Öffentliche Ankündigung bei Regierungstermin in Sao Paulo
Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am Montag, dem 9. Februar, eine deutliche Verschärfung des Vorgehens gegen Online-Glücksspielplattformen angekündigt. Die Aussagen machte er während einer offiziellen Zeremonie in Maua im Großraum Sao Paulo. Anlass der Veranstaltung war die Bekanntgabe föderaler Investitionen in die Bereiche Gesundheit und Bildung.
In seiner Rede sprach Lula neben Themen wie Steuerdurchsetzung, Korruptionsbekämpfung und dem Schutz von Kindern im digitalen Raum auch explizit das Online-Glücksspiel an. Dabei kündigte er an, dass seine Regierung eine sehr strenge Haltung gegenüber diesen Angeboten einnehmen werde. Nach seinen Worten würden Glücksspielplattformen Geld von armen Bevölkerungsschichten abziehen.
Begründung mit sozialem und familiärem Schutz
Der Präsident stellte seine Ablehnung des Glücksspiels in einen persönlichen und gesellschaftlichen Kontext. Er erklärte, dass er grundsätzlich gegen Glücksspiel eingestellt sei und dies auch auf seine persönliche Prägung zurückführe. In seiner Rede verwies er darauf, dass er bereits früher gegen Casinos und illegale Lotterien gewesen sei.
Besonders hob Lula hervor, dass sich das Glücksspiel aus seiner Sicht durch digitale Angebote in den privaten Raum verlagert habe. Er beschrieb, dass Glücksspiele heute in den Haushalten präsent seien und über mobile Geräte auch von Kindern erreicht werden könnten. Diese Entwicklung bezeichnete er als problematisch und verwies damit auf eine stärkere Verantwortung des Staates beim Schutz von Minderjährigen.
Verbindung zu breiterer Durchsetzungsagenda der Regierung
Die Aussagen zum Online-Glücksspiel waren Teil einer umfassenderen Darstellung der politischen Prioritäten der Bundesregierung. Lula betonte, dass seine Administration generell einen konsequenten Kurs bei der Durchsetzung bestehender Regeln verfolgen wolle. Dazu zählte er die Einhaltung steuerlicher Pflichten, Ermittlungen bei Korruptionsverdacht sowie Maßnahmen zum Schutz von Kindern im Internet.
Das angekündigte Vorgehen gegen Glücksspielplattformen steht damit nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit einer breiteren Agenda zur Regulierung digitaler Inhalte und wirtschaftlicher Aktivitäten. Konkrete Einzelmaßnahmen gegen bestimmte Anbieter oder Marktsegmente nannte der Präsident in seiner Rede jedoch nicht.
Geplante Regeln zum Schutz von Minderjährigen im Internet
Parallel zu den politischen Aussagen bereitet die brasilianische Bundesregierung neue Regelungen vor, die den Zugang von Minderjährigen zu bestimmten Online-Inhalten einschränken sollen. Diese Vorhaben knüpfen an bereits im Jahr 2025 verabschiedete Einschränkungen an und sollen den regulatorischen Rahmen weiter ausbauen.
Nach einem Entwurf für ein entsprechendes Dekret, der von Bloomberg News eingesehen wurde, sollen App-Stores und digitale Plattformen künftig verpflichtet werden, Altersverifikationssysteme einzuführen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Minderjährigen den Zugang zu als ungeeignet eingestuften Inhalten zu verwehren.
Betroffene Inhalte und Plattformen laut Entwurfsfassung
Der vorliegende Entwurf benennt mehrere Kategorien von Online-Inhalten, für die eine Altersprüfung vorgesehen ist. Dazu zählen unter anderem Inhalte mit Bezug zu Glücksspiel, Pornografie, Escort-Diensten, alkoholischen Getränken, Dating-Anwendungen und Waffen.
Die geplanten Vorgaben richten sich nicht nur an einzelne Anbieter, sondern an digitale Plattformen und App-Stores insgesamt. Diese sollen technische Maßnahmen umsetzen, um sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugriff auf entsprechende Inhalte erhalten. Online-Glücksspiel wird in diesem Zusammenhang ausdrücklich als eine der relevanten Kategorien genannt.
Einordnung im internationalen Regulierungsumfeld
Die geplanten brasilianischen Maßnahmen werden von der Regierung als Teil eines internationalen Trends dargestellt. Laut den vorliegenden Informationen orientiert sich der Ansatz an Entwicklungen in anderen Ländern, die ebenfalls strengere Kontrollen bei der Nutzung von sozialen Medien und digitalen Inhalten durch Kinder und Jugendliche eingeführt haben.
Im Fokus steht dabei weniger die vollständige Abschaltung bestimmter Angebote als vielmehr die Durchsetzung von Altersbeschränkungen und Zugangskontrollen. Für Betreiber digitaler Plattformen und Anbieter von Online-Diensten bedeutet dies potenziell zusätzliche technische und organisatorische Anforderungen.
Unsere Einschätzung
Die Ankündigungen von Präsident Lula zeigen, dass Online-Glücksspiel in Brasilien zunehmend im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendschutz sowie digitaler Regulierung betrachtet wird. Die geplanten Altersverifikationspflichten für Plattformen und App-Stores unterstreichen diesen Ansatz. Für den Markt ist relevant, dass Glücksspielangebote ausdrücklich Teil der vorgesehenen Maßnahmen sind und in eine breitere staatliche Durchsetzungsagenda eingebettet werden.
Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gewinne im Glücksspiel sind nicht garantiert. Glücksspiel kann süchtig machen. Spiele nur, wenn es in deiner Region legal ist, und informiere dich über die geltenden Gesetze. Beratung: BZgA +49 (0) 800 1 37 27 00 | 18+