PAGCOR prüft Werbeverbot für Online-Glücksspiel auf den Philippinen

Regierungsgebäude mit philippinischer Flagge, Desktopbildschirm mit gesperrtem Werbebanner, Globus mit Verbotsschild.

PAGCOR kündigt Werbeverbot für Online-Glücksspiel an – Philippinen ringen um künftige Regulierung

Das Wichtigste in Kürze

  • PAGCOR prüft ein vollständiges Verbot von Glücksspielwerbung, nachdem bereits ein TV- und Radioverbot zur Hauptsendezeit gilt.
  • Im philippinischen Parlament werden weitergehende Regulierungen bis hin zu einem Komplettverbot von Online-Glücksspiel diskutiert.
  • Rund 10 Millionen aktive Spieler nutzen laut PAGCOR etwa 32 Millionen registrierte Konten.
  • Die Behörde verweist auf verschärfte KYC-Vorgaben, ein Online-Selbstausschlusssystem und Maßnahmen gegen illegale Anbieter.

PAGCOR reagiert auf Forderungen nach einem Komplettverbot

Die Regulierung des Online-Glücksspiels auf den Philippinen steht erneut im Mittelpunkt der politischen Debatte. Die staatliche Aufsichtsbehörde PAGCOR hat angekündigt, weitere Einschränkungen zu prüfen, nachdem sich politische Stimmen für ein vollständiges Verbot ausgesprochen haben.

Alejandro Tengco, Vorsitzender und CEO von PAGCOR, erklärte im Rahmen einer Anhörung vor dem Committee on Games and Amusement, dass die Behörde die Möglichkeit eines vollständigen Werbeverbots für Glücksspiele prüfen wolle. Bereits umgesetzt ist ein Verbot von TV- und Radiowerbung während der Hauptsendezeit zwischen 17.30 Uhr und 20.30 Uhr.

Laut Tengco hätten Rundfunkanstalten angefragt, ob Werbung außerhalb dieser Zeitfenster weiterhin ausgestrahlt werden dürfe. Aus Sicht der Behörde sei jedoch ein vollständiges Verbot anzustreben, sofern dies rechtlich umsetzbar sei.

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Politischer Druck durch Senatoren und Gesetzesinitiativen

Die Anhörung fand vor dem Hintergrund wachsender Kritik am Online-Glücksspielsektor statt. Mehrere Senatoren stellten die aktuelle Regulierung infrage. Senator Sherwin Gatchalian brachte zusätzliche Regulierungsmaßnahmen ins Gespräch, darunter ein Mindestalter von 21 Jahren für Wetten sowie eine Mindesteinzahlung von 10.000 philippinischen Peso.

Bereits im Juli hatte Senator Juan Miguel Zubiri den sogenannten Anti-Online Gambling Act of 2025 eingebracht. Der Gesetzentwurf sieht ein vollständiges Verbot von Online-Glücksspiel vor. Zubiri nahm an der aktuellen Anhörung nicht teil, sein Vorstoß bleibt jedoch Teil der laufenden politischen Diskussion.

Die zweistündige Sitzung verdeutlichte, dass die Zukunft des regulierten Marktes offen ist. Eine konkrete Entscheidung über ein mögliches Verbot wurde bislang nicht getroffen.

Marktdaten: 10 Millionen aktive Spieler und 32 Millionen Konten

Im Rahmen der Anhörung legte PAGCOR aktuelle Kennzahlen zum regulierten Markt vor. Demnach nutzen rund 10 Millionen aktive Spieler insgesamt etwa 32 Millionen registrierte Konten.

Diese Zahlen unterstreichen die Größe des bestehenden Marktes und bilden einen zentralen Bezugspunkt in der politischen Debatte. Für Regulierungsbehörden und Gesetzgeber ist die Anzahl der aktiven Nutzer ein wesentlicher Faktor bei der Bewertung möglicher Verbots- oder Einschränkungsmaßnahmen.

PAGCOR betonte in diesem Zusammenhang, dass der regulierte Sektor bereits umfangreichen Auflagen unterliege und kontinuierlich weiterentwickelt werde.

Verschärfte Auflagen und Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt

Die Behörde verwies auf mehrere bereits umgesetzte Schritte zur Stärkung des Spielerschutzes und zur Eindämmung illegaler Angebote. Dazu gehören strengere KYC-Anforderungen, die Entfernung von glücksspielbezogenen Werbetafeln im öffentlichen Raum sowie die Einführung eines Online-Selbstausschlusssystems.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung nicht lizenzierter Plattformen. PAGCOR setzt nach eigenen Angaben auf KI-gestützte Instrumente, um illegale Anbieter zu identifizieren und gezielt zu verfolgen.

Tengco warnte in diesem Zusammenhang vor den Risiken des Schwarzmarktes. Illegale Betreiber hielten sich nicht an Standards für verantwortungsbewusstes Spielen, zahlten keine Steuern und setzten Nutzer potenziellen Risiken wie Datenmissbrauch und Betrug aus.

Gegner eines vollständigen Verbots argumentieren, dass eine Schließung des regulierten Marktes Spieler in nicht regulierte Angebote drängen könnte, in denen Schutzmechanismen nicht verpflichtend sind.

E-Sabong bleibt ein zentraler Streitpunkt

Ein besonderes Thema der Anhörung war die weiterhin verbreitete Praxis des sogenannten E-Sabong, also Online-Übertragungen von Hahnenkämpfen. Mehrere Senatoren kritisierten die Strafverfolgungsbehörden dafür, große Anbieter nicht effektiv zu unterbinden.

Senator Erwin Tulfo forderte die philippinische Nationalpolizei und das National Bureau of Investigation auf, Standorte von E-Sabong-Aktivitäten zu durchsuchen, Live-Übertragungen zu stoppen und technische Ausrüstung zu beschlagnahmen.

Nach Angaben des Forschungsunternehmens Fourth Wall bleibt E-Sabong trotz bestehender Verbote auf unregulierten Plattformen leicht zugänglich. Der Research Director John Brylle L. Bae sprach von anhaltenden Vollzugsproblemen.

Die anhaltende Verfügbarkeit solcher Angebote wird von Kritikern als Beleg dafür gewertet, dass bestehende Durchsetzungsmechanismen nicht ausreichen.

Unsere Einschätzung

Die aktuelle Debatte zeigt, dass die Regulierung des Online-Glücksspiels auf den Philippinen an einem Wendepunkt steht. PAGCOR versucht, durch strengere Werberegeln, erweiterte KYC-Vorgaben und technische Maßnahmen gegen illegale Anbieter die Legitimität des regulierten Marktes zu untermauern. Gleichzeitig erhöhen politische Initiativen bis hin zu einem möglichen Komplettverbot den Druck auf die Branche. Mit rund 10 Millionen aktiven Spielern und 32 Millionen registrierten Konten betrifft die Entscheidung einen erheblichen Nutzerkreis. Für Marktteilnehmer und Nutzer hängt die weitere Entwicklung maßgeblich von den anstehenden politischen Beschlüssen ab.

Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gewinne im Glücksspiel sind nicht garantiert. Glücksspiel kann süchtig machen. Spiele nur, wenn es in deiner Region legal ist, und informiere dich über die geltenden Gesetze. Beratung: BZgA +49 (0) 800 1 37 27 00 | 18+

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Ich bin in der Schweiz geboren und lebe seit 2015 in Spanien. Das hält mich aber nicht davon ab, iGaming-bezogene Nachrichtenartikel für den deutschsprachigen Raum zu schreiben. 2024 begann ich für Kryptocasinos.com zu arbeiten und habe sowohl den deutschen, als auch für den österreichischen und schweizer Markt im Blick.

Letztes Update: 12. Februar 2026

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