Rank Group zahlt 5 Millionen Pfund Strafe wegen AML-Mängeln
Rank Group akzeptiert Millionenvergleich – Britische Aufsicht ahndet systematische Mängel in Grosvenor Casinos
Das Wichtigste in Kürze
- Die Rank Group leistet eine Ausgleichszahlung von rund 5 Millionen Britischen Pfund an die UK Gambling Commission.
- Betroffen sind 51 stationäre Casinos in Großbritannien, bei denen Geldwäsche- und Spielerschutzrichtlinien unzureichend umgesetzt waren.
- Die Betreiber müssen sich nun zwingend einem unabhängigen externen Audit unterziehen.
Veraltete Richtlinien und ungeprüfte Krypto-Guthaben verursachen den Millionenvergleich
Die britische Glücksspielkommission (UKGC) hat am 7. Oktober 2026 offiziell einen regulatorischen Vergleich in Höhe von exakt 5.012.261 GBP bekannt gegeben. Diese Summe wird in den Consolidated Fund der britischen Regierung fließen, wie die Behörde in ihrer Mitteilung bestätigt. Die Maßnahme richtet sich gegen die Rank-Tochtergesellschaften Grosvenor Casinos Limited, Grosvenor Casinos (GC) Limited und Gaming Group Limited, die zusammen landesweit 51 Casinos betreiben. Grundlage für die Berechnung der Summe bildete nach Behördenangaben der Bruttospielertrag im Überprüfungszeitraum vom 1. November 2024 bis zum 1. Mai 2025.
Die internen Geldwäscherichtlinien (AML) der Casinos waren nicht an die gesetzlichen Änderungen aus dem Jahr 2020 angepasst worden. Personal traf inkonsistente Entscheidungen bei Kunden mit erhöhtem Geldwäscherisiko. Mitarbeiter ordneten Hochrisiko-Kunden in der Praxis unangemessene Risikostufen zu.
Berichten zufolge akzeptierten die Betreiber in britische Pfund umgetauschte Kryptowährungen über Bankeinzahlungen als legitime Geldquelle, ohne die ursprüngliche Herkunft der Mittel zu prüfen. Wie gemeldet wird, unterblieben bei bestimmten Gruppen wie Studenten aus Hochrisikoländern die erweiterten Sorgfaltspflichten trotz entsprechender interner Vorgaben der Casino-Gruppe.
Fehlende Interventionen begünstigen massive Verluste einzelner Spieler
Der mangelhafte Spielerschutz zeigte sich in drastischen Einzelfällen. Ein Kunde erlitt nach einem vorherigen Gewinn von 260.000 GBP innerhalb von zwölf Tagen einen Verlust von 250.000 GBP (Stand: 7. Oktober 2026), ohne dass eine Intervention verzeichnet wurde. Ein weiterer Spieler verlor 50.000 GBP, bevor das Personal in der Spielstätte eingriff.
Ein aus einer Selbstsperre zurückgekehrter Kunde verspielte 25.000 GBP bis zur ersten Maßnahme der Mitarbeiter. Ein Besucher verlor nach langer Abwesenheit verteilt auf zwei Besuche rund 200.000 GBP (Stand: 8. Oktober 2026). Ausreichende Einkommens- oder Identitätsprüfungen blieben hierbei vollständig aus.
Behörde ordnet externe Überwachung der landbasierten Glücksspielstätten an
Die Betreiber müssen sich nun einem unabhängigen externen Audit unterziehen. Diese Prüfung soll die Umsetzung der überarbeiteten Geldwäsche- und Spielerschutzrichtlinien sicherstellen. Nach übereinstimmenden Angaben muss die Rank Group zusätzlich zur Strafzahlung die Kosten der behördlichen Untersuchung tragen.
Die UKGC hatte im Juni 2025 eine gezielte Compliance-Inspektion durchgeführt. Im Vorfeld der Jahresergebnisse bildete die Rank Group bereits im Juli 2025 eine Rückstellung von 5 Millionen GBP. Der Casino-Betreiber reichte am 20. Mai 2026 nach Erhalt der vorläufigen Ergebnisse formell den Vorschlag für diesen regulatorischen Vergleich ein.
Richard Harris, Chief Executive Officer der Rank Group, äußerte sich zu den Maßnahmen. Das Unternehmen habe konstruktiv mit der Kommission zusammengearbeitet, um historische Compliance-Probleme zu lösen. Die erforderlichen Korrekturmaßnahmen seien im ersten Halbjahr 2025/26 im Wesentlichen umgesetzt worden.
Aufsicht erkennt gleiche Risiken im Online-Geschäft und in stationären Casinos
Die Regulierungsbehörde nimmt fehlerhafte Kontrollsysteme branchenübergreifend ins Visier. Erst am 20. August 2026 verhängte die UKGC eine Strafe von rund 609.000 GBP gegen den Online-Wettanbieter QuinnBet wegen vergleichbarer Verfehlungen. Im vergangenen Jahr ordnete die UKGC eine Lizenzprüfung bei Evolution an, was die strenge Haltung der Aufsicht bei AML-Verstößen verdeutlicht.
Sue Young, Executive Director of Operations der Gambling Commission, betonte die Bedeutung dieses Falls für den stationären Markt. Größere Vollstreckungsfälle seien oft mit Online-Glücksspielen verbunden. Die Ankündigung zeige jedoch deutlich, dass die Risiken von Geldwäsche und fehlender sozialer Verantwortung im landbasierten Sektor gleichermaßen vorhanden seien.
Einige Fragen zum Untersuchungsumfang bleiben offen
Mehrere Details zum Verfahren sind derzeit nicht öffentlich bekannt. Die genaue Höhe der Untersuchungskosten, die die Rank Group an die Behörde erstatten muss, bleibt ungeklärt. Es ist ebenso offen, welches spezifische Prüfungsunternehmen für das geforderte Compliance-Audit beauftragt wurde.
Die genutzten Kryptowährungen, die über Pfund-Einzahlungen den Weg in die Casinos fanden, sind nicht namentlich benannt. Interne Disziplinarmaßnahmen gegen das verantwortliche Casino-Personal oder Manager wegen der ignorierten Warnsignale wurden nicht bestätigt.
Unsere Einschätzung
Der regulatorische Vergleich in Höhe von gut 5 Millionen GBP zeigt die strikte Durchsetzung von Geldwäsche- und Spielerschutzrichtlinien durch die UK Gambling Commission. Die Strafe verdeutlicht, dass veraltete Kontrollsysteme und ausbleibende Herkunftsprüfungen bei eingezahlten Krypto-Guthaben konsequent geahndet werden. Die Anordnung eines externen Audits unterstreicht den behördlichen Fokus auf langfristige strukturelle Verbesserungen in den stationären Betrieben der Rank Group.
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