CGA schaltet Portal nach Hackerangriff dauerhaft ab
CGA schaltet Lizenzierungsportal nach Hackerangriff dauerhaft ab – Strafanzeigen in drei Ländern eingereicht
Das Wichtigste in Kürze
- Die Curaçao Gaming Authority (CGA) hat ihr Lizenzierungsportal nach einem monatelangen unbefugten Zugriff dauerhaft eingestellt.
- Die Behörde erstattete in drei Ländern Strafanzeigen und beendete die Zusammenarbeit mit dem externen Betreiber des Systems.
- Bestehende Glücksspiellizenzen und die regulatorischen Verpflichtungen der Betreiber bleiben von der Abschaltung unberührt.
Hackerin greift über neun Monate unbemerkt auf Datenbank zu
Die deutsche Sicherheitsforscherin und Hackerin Lilith Wittman verschaffte sich unbefugten Zugang zu dem Portal und der dahinterliegenden Datenbank der Curaçao Gaming Authority. Der unbefugte Systemzugriff fand im Zeitraum zwischen Dezember 2025 und September 2026 statt. Erst am 17. September 2026 entdeckten Ermittler das Datenleck. Die CGA bestätigte den Vorfall daraufhin öffentlich und leitete forensische Untersuchungen ein. Der Zugriff auf das System endete noch im selben Monat. Das kompromittierte Portal war erst im Jahr 2024 im Zuge der neuen Gesetzgebung (LOK) mit Hilfe externer Dienstleister online gegangen. Das Finanzministerium von Curaçao hatte 2023 nach internationaler Kritik eine grundlegende Reform der Glücksspielaufsicht angeordnet.
Tausende vertrauliche Eigentümerdaten gelangen an die Öffentlichkeit
Wie berichtet wird, wurden infolge des Zugriffs tausende Dokumente mit vertraulichen Informationen zu Eigentümerstrukturen von Glücksspiellizenznehmern im Internet veröffentlicht. Wittman beschuldigt die CGA Berichten zufolge in diversen Artikeln, bei der Lizenzvergabe im Jahr 2024 gravierende Führungsprobleme bei einigen Betreibern ignoriert zu haben. Spezialisierte Unternehmen wurden nun von der Behörde beauftragt, die veröffentlichten Daten aus dem Internet zu löschen.
Behörde reicht nach endgültiger Abschaltung Strafanzeigen ein
Am 21. Oktober 2026 gab die Aufsichtsbehörde die endgültige Abschaltung des Portals sowie die Trennung von dem bisherigen Dienstleister bekannt. Die CGA hat in Deutschland, den Niederlanden und Curaçao Strafanzeigen erstattet und prüft zivilrechtliche Klagen. In einer Stellungnahme erklärte die Curaçao Gaming Authority: „Da immer mehr Informationen digital verarbeitet werden, sind Organisationen weltweit dem Risiko von Hacking und Datenlecks ausgesetzt. Das macht die Vorkommnisse bei der CGA nicht weniger gravierend. Es zeigt, warum digitale Sicherheit ständige Aufmerksamkeit erfordert. Die CGA muss den Schaden begrenzen und die Ergebnisse der Untersuchung nutzen, um ihre Sicherheit und Arbeitsmethoden zu verbessern.“
Glücksspielaufsicht entwickelt neues System in Eigenregie
Ein neues, intern verwaltetes Portal befindet sich aktuell in der Entwicklung und erfordert vor seiner Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheitstests. Die Behörde betonte, dass bestehende Glücksspiellizenzen und die damit verbundenen regulatorischen Pflichten der Betreiber von der Portalabschaltung unberührt bleiben. Zur Stärkung der Aufsicht hat die CGA seit Beginn der Reformen 14 neue Mitarbeiter für Lizenzierung, Aufsicht und Durchsetzung eingestellt, wie Daten mit Stand vom 21. Oktober 2026 zeigen.
Zentrale Details zu den betroffenen Unternehmen bleiben unklar
Einige wichtige Fragen zum Ausmaß des Vorfalls sind weiterhin offen. Es ist nicht bekannt, wie der gekündigte externe Dienstleister heißt und wie viele Glücksspielbetreiber exakt von dem Datenabfluss betroffen sind. Unklar bleibt auch, welche konkreten Unternehmen von Lilith Wittman wegen mangelhafter Führung namentlich beschuldigt werden und ob ein für den 19. Oktober 2026 angekündigtes temporäres Ersatzportal tatsächlich wie geplant in Betrieb ging.
Unsere Einschätzung
Der monatelange unbefugte Zugriff auf das Lizenzierungsportal zwingt die CGA zu einem drastischen technischen Schnitt und rechtlichen Schritten. Die Veröffentlichung von Eigentümerstrukturen bedeutet einen erheblichen Kontrollverlust über vertrauliche Daten der Lizenznehmer. Mit der internen Neuentwicklung des Portals und der Aufstockung des Personals zieht die Behörde Konsequenzen aus dem Vorfall, während die laufenden Ermittlungen in drei Ländern den juristischen Druck auf die Verursacherin erhöhen. Die Handlungsfähigkeit der bestehenden Lizenznehmer bleibt durch den Weiterbestand ihrer Erlaubnisse gewahrt.
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