Rekordstrafe der KSA gegen EOD Code SRL – 37 Millionen Euro
Rekordstrafe der KSA gegen EOD Code SRL – niederländische Behörde ahndet illegales Glücksspielangebot mit 37 Millionen Euro
Das Wichtigste in Kürze
- Die niederländische Glücksspielbehörde (KSA) verhängt eine Rekordstrafe in Höhe von 37 Millionen Euro gegen EOD Code SRL.
- Das Unternehmen betrieb zwölf unlizenzierte Webseiten, auf denen anonyme Kryptozahlungen ohne Altersüberprüfung möglich waren.
- Die KSA arbeitet zur Eindämmung illegaler Angebote an Sperrlisten mit Suchmaschinenbetreibern und Zahlungsdienstleistern.
Umsatzschätzung führt zur höchsten Strafe in der KSA-Geschichte
Am 22. Oktober 2026 gab die niederländische Glücksspielbehörde KSA bekannt, ein Bußgeld in Höhe von 37 Millionen Euro gegen EOD Code SRL zu verhängen. Die Behörde ahndet damit das Angebot illegaler Glücksspiele ohne Lizenz in den Niederlanden. Diese Sanktion übertrifft die bisherige Rekordstrafe von 24,8 Millionen Euro, die im März 2026 gegen den Betreiber Novatech ausgesprochen wurde. Der Glücksspielmarkt in den Niederlanden ist seit 2021 legalisiert und strikt reguliert.
Die Behörde berechnete die Höhe der Strafe auf Basis einer Umsatzschätzung. Standardstrafen entsprachen laut dem offiziellen KSA-Bescheid nicht den erzielten Umsätzen des Unternehmens. Erschwerend wirkte bei der Strafbemessung das Fehlen einer sichtbaren Altersüberprüfung. Spieler konnten auf den Plattformen mit Kryptowährungen und anonymen Zahlungsmethoden bezahlen, was die Geldwäsche begünstigt. Zu den von EOD Code SRL betriebenen Webseiten gehören Instantcasino, Skyhills, slotmonster.com, betiro.com, betblast.com, fastslots.com, goldenpanda.com, sambaslots.com, winningz.com, incognitocasino.com, foxygold.com und luckypays.io.
Vorherige Maßnahmen und unbezahlte Millionenstrafen
Die aktuellen Schritte folgen auf frühere behördliche Maßnahmen gegen dasselbe Unternehmen. Am 26. August 2025 erließ die KSA eine Unterlassungsverfügung mit Zwangsgeld gegen EOD Code SRL, die mittlerweile rechtskräftig ist. Die Behörde fasste am 11. Dezember 2025 den Beschluss zur Beitreibung dieses Zwangsgeldes. Der interne Bußgeldbescheid über die 37 Millionen Euro datiert auf den 6. Oktober 2026. Gegen diesen Entscheid kann EOD Code SRL noch Einspruch erheben.
Die Durchsetzung der Forderungen bleibt eine Herausforderung für die Aufsichtsbehörde. Der Gesamtwert der seit 2021 gegen unlizenzierte Betreiber verhängten Strafen beläuft sich mit Stand vom 22. Oktober 2026 auf 56,4 Millionen Euro. Der Anteil der seit 2021 unbezahlten KSA-Strafen liegt bei 97,5 Prozent. Der Firmensitz von EOD Code SRL ist in den Dokumenten nicht geklärt. Offen bleibt ebenso, wie hoch der geschätzte Umsatz mit niederländischen Spielern exakt war und ob das Unternehmen rechtliche Schritte gegen den Bescheid einlegen wird.
KSA erhöht den Druck auf Technologieunternehmen
Wie berichtet wird, arbeitet die KSA mit Google an der Erstellung einer Whitelist für legale Anbieter in der Europäischen Union. Die Behörde zieht weiterhin Maßnahmen gegen Tech-Konzerne wie Google und Meta in Betracht, falls die Zusammenarbeit nicht ausreicht. Justin Franssen, Partner bei Frantssen, Tolboom Attorneys at Law, kritisiert das bisherige Zögern der Behörde: „Warum um alles in der Welt tut die Glücksspielbehörde das nicht? Sie haben die Möglichkeit dazu. Als sie das Gesetz ausarbeiteten, haben sie eine Bestimmung ausgeweitet, sodass man Glücksspiel nicht erleichtern darf.“ Franssen bewertet das Vorgehen von Meta und anderen Tech-Konzernen als reine Beihilfe.
Bjorn Fuchs, Vorsitzender der Branchenvereinigung VNLOK, fordert einen Fokus auf die Zahlungsströme. Fuchs formuliert die notwendige Strategie: „Illegalität folgt dem Geld. […] Schneidet das Geld ab. Wenn kein Geld zu verdienen ist, macht es keinen Sinn, in den sozialen Medien sichtbar zu sein, und es gibt keine Anziehungskraft für die Spieler und somit kein illegales Ökosystem.“
Unsere Einschätzung
Die Rekordstrafe von 37 Millionen Euro unterstreicht den Versuch der niederländischen Aufsichtsbehörde, das Vorgehen gegen illegale Glücksspielangebote durch harte finanzielle Sanktionen zu intensivieren. Die Berechnung der Bußgelder anhand von Umsatzschätzungen gibt der KSA ein Instrument, um Strafen an die Größe der unregulierten Netzwerke anzupassen. Die Ausfallquote von 97,5 Prozent bei der Eintreibung der verhängten Gelder zeigt die massiven Hürden bei der praktischen Vollstreckung. Die geplante Einbindung von Suchmaschinenbetreibern und die Kontrolle von Zahlungsströmen markieren einen Strategiewechsel, um das unlizenzierte Ökosystem direkt bei der Infrastruktur einzuschränken.
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